„Tief bewegt“: Baba Sheikh würdigt Wadis Einsatz für Eziden

Heute wurde Wadi eine ganz besondere Ehre zuteil: Das geistliche Oberhaupt der Eziden, Baba Sheikh, würdigte Wadi aufgrund seines Einsatzes für die Opfer des versuchten Genozids durch den Islamischen Staat (IS) an der Volksgruppe der Eziden im Jahr 2014. Der Dank gilt vor allem den lokalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Wadis, die die vom IS verschleppten und dann entkommenen Frauen, Mädchen und Familien betreuen

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Als im Sommer 2014 während der Eroberung der nordirakischen Ninive-Ebene durch den Islamischen Staat (IS) mehr als 5000, meist ezidische, Frauen und Mädchen verschwanden und schnell klar wurde, welch grauenvolles Schicksal in Form von Versklavung, Missbrauch und Ermordung diesen drohte, stellte Wadi umgehend mobile Teams zur Versorgung und Betreuung von Ezidinnen in der Region Dohuk auf. Diese mobilen Teams, die vor allem aus lokalen Mitarbeiterinnen Wadis bestehen, welche sich teilweise selbst nur knapp der Gefangenschaft durch den IS entziehen konnten, sprachen mit den betroffenen Ezidinnen, boten psychologische und alltägliche Hilfe an und organisierten zudem Freizeitaktivitäten.

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Angesichts des hohen Bedarfs an institutionalisierter Hilfe eröffnete Wadi – mit Unterstützung von UNICEF – im Sommer 2015 das JINDA-Zentrum, in dem Überlebende der IS-Versklavung ganztägig Zuflucht und Unterstützung erfahren können. Neben psychologischer und medizinischer Hilfe bietet das Zentrum auch Unterhaltungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten wie ein Café und einen Garten sowie Computer-, Englisch- und Handarbeitskurse. Zudem haben Betroffene hier die Möglichkeit, sich mit Schicksalsgenossinnen auszutauschen.

Seit 2014 unterstützt Wadi darüber hinaus auch über 100 ezidische Flüchtlingsfamilien in einem Flüchtlingslager bei Dohuk. Das Lager ist derweil nur provisorisch hergerichtet, die Familen schlafen in Bauruinen. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinen Nationen (UNHCR) organisiert die Versorgung, welche jedoch aufgrund nicht vorhandener Gelder immer geringfügiger wird. Die medizinische Hilfe musste bereits eingestellt werden.

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Unter diesen Umständen sind wir tief bewegt über die Würdigung durch Baba Sheikh, deren Stellenwert wir zu schätzen wissen und welche unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Mut gibt, die Arbeit fortzuführen.

Download des Flyers: „Zurück ins Leben – Projekte für Eziden im Irak“