Das Gewächshaus-Projekt

Die Wadi-Mitarbeiterin Shokh Mohammad besuchte vor Kurzem das Gewächshaus im Jinda-Zentrum in Dohuk. Dort erlebte sie, wie von Gewalt und Versklavung betroffene ezidische Frauen durch die richtige Unterstützung die Möglichkeit haben, wieder ins Leben zurückzufinden.

Von Shokh Mohammad

Zum ersten Mal besuchte ich das Jinda-Zentrum und das Gewächshaus am 26. Februar 2017. Viele ezidische Frauen kommen drei Tage in der Woche her, um hier Strickkurse zu besuchen. Ungefähr 10 Frauen arbeiten im Gewächshaus.

gewachshaus

Das Gewächshaus-Projekt wurde ursprünglich durch die Salt Foundation und Khalsa Aid finanziert, mittlerweile trägt Wadi die Kosten. Der Gedanke dahinter ist es, dieses Gewächshaus zu einem Einkommen generierenden Projekt zu entwickeln, in dem ezidische Frauen, die Opfer von Gewalt und Versklavung geworden sind, Gemüse anbauen und als ihr eigenes Produkt verkaufen und diese Beschäftigung gleichzeitig als Form der Therapie nutzen können.

gewachshaus-7

Viele der Frauen haben kein Einkommen, sodass das Projekt als erster Schritt in die Unabhängigkeit betrachtet werden kann. Weitere Schritte zur Unterstützung der Frauen sind notwendig – so erhalten diese sozial-psychologische Hilfe im Jinda-Zentrum. Schnell wurde jedoch bemerkt, dass die Frauen  während ihrer Arbeit im Gewächshaus sogar noch entspannter wirkten.

gewachshaus-5

Dort ernten sie Gemüse, das sie selbst pflanzen und um welches sie sich persönlich kümmern. Ein Landwirtschaftstechniker beaufsichtigt die Arbeit der Frauen im Gewächshaus freiwillig und leitet sie an. Er glaubt, dass die Felder eine stark beruhigende und entspannende Wirkung auf die Frauen haben.

Ein Ladenbesitzer erklärte sich zudem dazu bereit, beim Verkauf der Gewächshausprodukte zu helfen und den Gewinn an die Frauen zurückzugeben.

gewachshaus-9

Das Projekt zeigt, dass Gewaltopfer trotz großer Schwierigkeiten und Traumata wieder eintreten können in die Gesellschaft, wenn die angemessene Unterstützung ernsthaft angeboten wird.